Bankenbarometer 2025

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Vermögens­verwaltung

Das von den Banken in der Schweiz verwaltete Vermögen stieg im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr um 10,6 Prozent und erreichte CHF 9’284,0 Mrd. Dieser Zuwachs spiegelte das gestiegene Interesse an Obligationen sowie die Erholung der Aktienmärkte wider. Im Jahr 2024 wurde somit das hohe Niveau aus dem Rekordjahr 2021 über­troffen.

Die verwalteten Vermögen von inlän­dischen Kundinnen und Kunden nahmen 2024 um CHF 461,6 Mrd. zu, während die Vermögen ausländisch domizilierter Kundinnen und Kunden um CHF 430,7 Mrd. stiegen. Dies führte zu einer soliden Zunahme der verwalteten Vermögen der Banken in der Schweiz um 10,6 Prozent. Haupttreiber dieser Entwicklung war wie bereits im Vorjahr die Erholung der Wert­schriftenbestände, die um 11,2 Prozent zunahmen, was vermutlich grossteils auf die Marktentwicklung zurück­zuführen war. Damit lag die Summe der Wert­schriftenbestände wieder über dem Niveau von 2021, nachdem sie in den Folgejahren einen starken Rückgang verzeich­nete. Mit rund 86 Prozent machten die Wertschriftenbestände den Grossteil der verwalteten Vermögen aus. Die kleineren Positionen wie Treuhand­gelder und Ver­pflichtungen gegen­über Kundinnen und Kunden ohne Einlagen auf Sicht legten 2024 mit 5,4 Prozent, beziehungsweise 7,8 Prozent, ebenfalls zu. Die Aufteilung der Depot­bestände nach Währungen veränderte sich gegen­über dem Vorjahr nur leicht. Der Schweizer Franken war mit einem Anteil von über 50 Prozent weiterhin die wichtigste Anlage­währung. Seit 2014 stiegen die verwalteten Vermögen ins­gesamt sukzessive, bevor sie im Jahr 2022 einen Rückgang erfuhren. Die Hälfte dieses Rückgangs konnte im Jahr 2023 bereits wieder aufgeholt werden, im Jahr 2024 wurde dann sogar mehr als der Rest des ursprünglichen Rückgangs wett­gemacht. Somit lag das verwaltete Vermögen 2024 auf einem neuen Rekord­wert.

ENTWICKLUNGEN IM JAHR 2025

Verwaltete Vermögen bleiben im ersten Halbjahr 2025 auf hohem Niveau

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Entwicklungen im Jahr 2024

Verwaltete Vermögen im In- und Ausland


Wertschriften­bestände


Depotbestände nach Währungen


Verwaltete Vermögen im In- und Ausland

Das von den Banken in der Schweiz verwaltete Vermögen nahm 2024 auf CHF 9’284,0 Mrd. (+10,6%) zu und erreichte damit einen histo­rischen Höchststand. Dabei nahmen sowohl die Vermögen inländischer als auch ausländischer Kundinnen und Kunden zu. Über 90 Prozent dieser Zunahme war auf den Zuwachs der Wert­schriften­bestände in den Kunden­­depots der Banken zurückzuführen.

Das verwaltete Vermögen setzt sich aus den Wert­schriften­beständen in Kunden­depots (CHF 8’000,2 Mrd.), Verpflich­tungen gegenüber Kundinnen und Kunden ohne Einlagen auf Sicht (CHF 1’048,2 Mrd.) sowie Treuhand­verpflichtungen (CHF 235,7 Mrd.) zusammen. Die Wertschriften­bestände nahmen gegen­über dem Vorjahr um rund CHF 804,8 Mrd. zu, was haupt­sächlich auf das wiederauflebende Interesse an Obligationen sowie die Erholung der Börsenmärkte zurück­zuführen war. Der SMI stieg 2024, wie bereits im Vorjahr um rund 4 Prozent, nachdem er im Jahr 2022 um 17 Prozent eingebrochen war. Auch die Ver­pflich­tungen gegenüber Kundinnen und Kunden ohne Einlagen auf Sicht und die Treuhand­verpflichtungen verzeichneten ein Wachstum, welches mit 7,8 Prozent bzw. 5,4 Prozent aber deutlich geringer ausfiel als im Vorjahr.

Mit einem Anteil von rund 86 Prozent stellten die Wert­schriftenbestände den weitaus grössten Teil der verwalteten Vermögen dar und waren zugleich der grösste Treiber des Wachstums im Jahr 2024.

Entwicklung der verwalteten Vermögen über die Zeit

Langfristig betrachtet nahmen die von Banken in der Schweiz verwalteten Vermögen stark zu. Nach dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 verzeichneten die verwal­teten Vermögen einen starken Rückgang, ins­besondere die Wert­schriften­bestände in Kunden­depots, die aufgrund der stark gesunkenen Börsenkurse grosse Verluste erlitten. Zwischen 2014 und 2021 stieg das verwaltete Ver­mögen jedoch sukzessive von CHF 6’655,7 Mrd. auf CHF 8’833,2 Mrd. an, bevor es 2022 aufgrund der negativen Börsen­entwicklung wieder zu einer kurz­zeitigen starken Reduktion auf CHF 7’846,8 Mrd. kam. Durch das steigende Interesse an Obligationen auf­grund der erhöhten Zinsen sowie die Erholung an den Börsen konnte im Vorjahr bereits die Hälfte dieser Verluste wieder aufgeholt werden. Dieser Trend setzte sich auch 2024 fort, sodass die verwalteten Vermögen bei CHF 9’284,0 Mrd. und somit auf einem neuen Rekordhoch lagen. Die längerfristige Sicht ist geprägt durch eine Abnahme des Vermögensanteils von aus­ländischen Kundinnen und Kunden. Zwischen 2014 und 2024 nahm der Anteil von 51,1 Prozent auf 45,5 Prozent ab. Dieser Rückgang ist auf verschiedene Gründe zurückzuführen, ins­besondere aber auf den Währungs­effekt. Ausländische Kundinnen und Kunden halten einen wesentlich höheren Anteil ihrer Vermögen in Euro und US-Dollar als inländische Kundinnen und Kunden. Da die Ver­mögens­anteile in Schweizer Franken berechnet werden, sinkt das Vermögen der ausländischen Kund­schaft im Verhältnis zu den inländischen Kundinnen und Kunden bei einem steigenden Schweizer Franken. Trotz des Rückgangs der Vermögensanteile stiegen die verwalteten Vermögen der ausländischen Kundschaft in absoluten Zahlen seit 2014 um CHF 824,4 Mrd. (+24,2%) an. Die Schweiz blieb 2024 weltweit die Nummer eins in der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung von privaten Kundinnen und Kunden. Mit CHF 2’427,0 Mrd. liegen die Bestände 10,0 Prozent über dem Vorjahreswert (wechselkursbereinigt).

Abbildung 19

Abbildung 20

Wertschriftenbestände

Abbildung 21

Die Wertschriftenbestände bilden den Hauptteil der verwalteten Vermögen. Trotz der weiterhin restriktiven Geld­politik der amerikanischen Zentral­bank sowie bestehenden geo­poli­tischen Unsicher­heiten kam es 2024 zu stark steigenden Börsen­­kursen. Der starke Börsenmarkt führte sowohl zu höheren Obligationen- als auch Aktienbeständen, was eine Zunahme der Wert­schriftenbestände um 11,2 Prozent zur Folge hatte.

Der Hauptgrund für die Zunahme der Wert­schriften­bestände in Kundendepots im Jahr 2024, die sich in die Kategorien «Aktien», «Kollektivanlagen», «Obli­ga­tionen» und «Übrige» gliedern, war die positive Entwicklung an den Wertpapier­märkten. Der SMI stieg um 431 Punkte (+4,0%). Deutlich stärker war der Zuwachs bei Technologieindizes wie dem NASDAQ 100, der im Jahr 2024 um beachtliche 28,1 Prozent zulegte. Diese positive Entwicklung erfolgte in einem Umfeld global deutlich sinkender Zinsen und dem rasch zuneh­menden Einsatz von technologischen Inno­vationen, insbesondere im Bereich der künstlichen Intelligenz. Die hohen geopoli­tischen Unsicherheiten blieben zwar weiter bestehen, eine weitere markante Erhöhung, welche die Ertrags­aussichten der Firmen stark beeinträchtigt hätte, blieb 2024 aber aus.

Die steigenden Aktienkurse spiegelten sich folglich deutlich in den Aktien­beständen wider, die im Jahr 2024 um 9 Prozent auf CHF 3’026,9 Mrd. stiegen. Dennoch waren diese weit vom Niveau des Rekord­jahres 2021 (CHF 3’375,7 Mrd.) entfernt. Eine leicht höhere Zuwachsrate als die Aktien­bestände konnten die Obligationen verzeichnen, die im Vergleich zum Vorjahr um CHF 133,6 Mrd. (+10,0%) auf CHF 1’464,9 Mrd. stiegen. Den grössten Zu­wachs konnten die Anteile an Kollektiv­anlagen verzeichnen, die um CHF 386,3 Mrd. (+14,5%) auf CHF 3’058,7 Mrd. stiegen. Dies entsprach mit 48,0 Prozent fast der Hälfte des gesamten Zuwachses. Damit lagen die Bestände an Anteilen an Kollektiv­­anlagen auf einem mindestens zehnjährigen Rekord­­niveau. In Zeiten erhöhter Unsicher­­heiten gewannen Anlage­formen wie Investment­fonds folglich an Beliebtheit. Sie sind aufgrund der niedrigen Zinsen attraktiver als Aktien, stellen gleich­zeitig aber eine Möglichkeit zur Diversifi­zierung des Portfolios dar.

Betrachtet man das letzte Jahrzehnt, so zeigt sich, dass die Aktienbestände die Entwicklung der Wertschriften­bestände getrieben haben. Zwischen 2014 und 2024 nahmen sie um 34,1 Prozent zu, während die Obliga­tionen lediglich um 11,5 Prozent wuchsen. 2024 kam der grösste Anteil der Wert­schriftenbestände aus den Anteilen an Kollektivanlagen mit 38,2 Prozent. Diese verzeichneten damit ein Rekordjahr und über­holten die Aktienbestände beim Anteil der Wert­schriften­bestände.

Der Schweizer Franken verlor im Jahres­verlauf 2024 sowohl gegenüber dem Euro wie auch gegenüber dem US-Dollar an Wert. Gegenüber dem Euro verlor er 1,2 Prozent, gegenüber dem Dollar 7,2 Prozent. Grund dafür dürfte die im Ver­gleich zu anderen Zentralbanken frühe Lockerung der Geldpolitik der SNB sein.

Depotbestände nach Währungen

In den Depotbeständen nach Währungen gab es eine Verschiebung vom Anteil an CHF hin zum USD, während die Depotbestände in EUR und übrigen Währungen stabil blieben. Damit waren Ende 2024 knapp über die Hälfte der Depot­bestände in Schweizer Franken angelegt. Ein knappes Drittel entfiel auf den US-Dollar, während der Euro und andere Währungen die verblei­benden knapp 20 Prozent aus­machten.

Der Frankenanteil der Wertschriften­bestände in Kunden­­depots sank im Jahr 2024 um etwa 2,6 Prozent­­punkte auf 50,8 Prozent. Damit blieb der Schweizer Franken weiterhin die bedeutendste Anlage­währung. Der Anteil der Bestände in USD stieg auf 29,9 Prozent an. Bei den übrigen Währungen waren nur geringe Verände­rungen festzustellen. So nahm der Anteil des Euro im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent­punkte ab, während der Anteil der übrigen Währungen sich um nur 0,1 Prozent­punkte verringerte. Während rund zwei Drittel der Depotbestände in Schweizer Franken von inländischen An­legern gehalten wurden, war es beim US-Dollar und Euro umgekehrt. Bei diesen beiden Währungen waren jeweils etwa zwei Drittel der Depot­bestände ausländischen Inhabern zuzuordnen.

Abbildung 22

Verwaltete Vermögen bleiben im ersten Halbjahr 2025 auf hohem Niveau

Die verwalteten Vermögen der Banken in der Schweiz lagen in den ersten Monaten 2025 auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Rekord­­jahr 2024, obwohl sie in diesem Zeitraum um 0,6 Prozent abnahmen. Der leichte Rückgang ist vor allem auf den Rückgang der Verpflichtungen gegenüber Kunden ohne Einlagen auf Sicht sowie Treuhandverpflichtungen zurück­zuführen.

Die verwalteten Vermögen gingen in den ersten Monaten des Jahres leicht zurück (–0,6%), lagen mit CHF 9’240 Mrd. jedoch weiterhin auf einem Rekord­niveau. Dieser Rückgang ist vor allem auf ausländisch domizilierte Kundinnen und Kunden zurückzuführen, deren Vermögen um 1,5 Prozent sanken, während die verwalteten Vermögen inländi­scher Kunden mit einem leichten Anstieg von 0,1 Prozent stabil blieben.

Der leicht negative Trend resultiert aus der rückläufigen Entwicklung der Verpflich­tungen gegen­über Kunden ohne Sicht­einlagen sowie den Treuhand­verpflich­tungen. In beiden Positionen wurde in den ersten Monaten 2025 ein deutlicher Rück­gang verzeichnet – sowohl bei inländisch als auch bei aus­ländisch domizilierten Kunden. Die Verpflich­tungen gegenüber Kunden ohne Sichteinlagen gingen um 4,9 Prozent (–CHF 52 Mrd.) zurück, die Treuhand­verpflichtungen sogar um 7,7 Prozent (–CHF 18 Mrd.).

Gleichzeitig stiegen die Wertschriften­bestände um 0,2 Prozent auf CHF 8’000 Mrd., was die insgesamt geringe Ver­änderung der ver­walteten Vermögen erklärt. Bei der Entwicklung der Wert­­schriften­bestände zeigten sich jedoch Unterschiede zwischen inländisch und ausländisch domizilierten Kunden: Während die Bestände der Inlands­kunden um 1,0 Prozent auf CHF 4’312 Mrd. zunahmen, sanken die Bestände der Auslandskunden um 0,8 Prozent auf CHF 3’688 Mrd. Ein zentraler Grund für diesen Rückgang ist, dass ausländisch domizilierte Kunden ihre Wert­schriften mehrheitlich in Fremd­währungen wie dem US-Dollar halten und dieser im ersten Halb­jahr 2025 gegenüber dem Franken massiv an Wert verlor. Das weiterhin sehr hohe Niveau der verwalteten Vermögen der Banken in der Schweiz unter­streicht die Robustheit des Banken­platzes, die Rolle als sicherer Hafen in geo­politisch instabilen Zeiten und das anhaltend grosse Vertrauen der Kundschaft im In- und Ausland.