Bilanzgeschäft
Die aggregierte Bilanzsumme aller Banken in der Schweiz nahm im Jahr 2024 um 1,3 Prozent zu. Der Abnahme der Bilanzsumme bei den Grossbanken stand eine Zunahme bei anderen Bankengruppen gegenüber.
Die Bilanzsumme der Banken in der Schweiz stieg im Jahr 2024 im Gegensatz zum Vorjahr an. Die Zunahme betrug 1,3 Prozent, was einer Steigerung von CHF 3’117,0 Mrd. auf CHF 3’219,1 Mrd. entsprach. Auf der Aktivseite nahmen die Hypothekarforderungen weiterhin die mit Abstand grösste Position ein. Die Mehrheit der Aktivpositionen verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs, der zwischen 2,4 Prozent (Hypothekarforderungen) und 24,9 Prozent (Forderungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften) lag. Den grössten Rückgang verzeichneten die flüssigen Mittel mit 12,9 Prozent. Grund dafür dürfte die Rückführung überschüssiger Liquidität bei den Grossbanken sein. Auf der Passivseite kam es zu keiner weiteren Umschichtung von Sicht- zu Termineinlagen, beide Positionen nahmen mit 2,4 Prozent und 4,8 Prozent moderat zu. Somit nahmen auch die gesamten Verpflichtungen aus Kundeneinlagen um insgesamt 5,3 Prozent zu.
Wieder war ein deutlicher Rückgang der Bilanzsumme bei den Grossbanken zu beobachten, wenn auch in geringerem Ausmass im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig konnten die Kantonalbanken in ähnlicher Grössenordnung eine Erhöhung der Bilanzsumme verzeichnen. Das inländische Kreditvolumen stieg erneut leicht an (+2,3%). Verantwortlich dafür waren die inländischen Hypothekarforderungen, die um 2,5 Prozent auf einen neuen Höchstwert von CHF 1’208,6 Mrd. stiegen. Die übrigen Kredite, die sich aus ungedeckten und gedeckten Forderungen zusammensetzen, verzeichneten ebenfalls eine Zunahme, die mit 1,1 Prozent aber eher gering ausfiel. Den grössten Anteil am inländischen Hypothekarmarkt hatten wie im Vorjahr die Kantonalbanken (40,1%), gefolgt von den Grossbanken (24,4%).
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Entwicklungen im Jahr 2024
Entwicklung der Bilanzen nach Bankengruppen
Die aggregierte Bilanzsumme aller Banken in der Schweiz nahm im Jahr 2024 um 1,3 Prozent zu. Einer Abnahme der Bilanzsumme bei den Grossbanken (–2,7%) und den Privatbankiers (–0.8%) stand dabei ein Wachstum der Bilanzsummen aller anderen Bankengruppen gegenüber. Den stärksten Anstieg verzeichneten dabei die Börsenbanken (+7,8%) und die Kantonalbanken (+4,0%), wobei letztere für rund 72,2 Prozent des Anstieges verantwortlich waren. Den grössten Anteil der aggregierten Bilanzsumme hielten mit 38,4 Prozent jedoch nach wie vor die Grossbanken (2023: 40,0%, 2022: 41,2%).
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Aktiven
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Mit einem Anteil von 38,2 Prozent blieben die Hypothekarforderungen die grösste Aktivposition. Nach einer Stabilisierung im Jahr 2023 gingen die flüssigen Mittel 2024 wieder zurück und verzeichneten mit einer Abnahme von 12,9 Prozent die grösste relative Abnahme der Aktivpositionen. Die Forderungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften sowie Handelsbestände in Wertschriften und Edelmetallen trugen am meisten zur Zunahme der Aktiven bei.
Die in- und ausländischen Hypothekarforderungen erhöhten sich 2024 gegenüber dem Vorjahr um CHF 28,9 Mrd., von CHF 1’200,2 Mrd. auf CHF 1’229,1 Mrd. Durch die niedrigeren Zinsen erhöhte sich das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr etwas, kam aber noch nicht auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2022 an. Damit blieben die Hypothekarforderungen auch 2024 mit einem Anteil von rund 38,2 Prozent der bedeutendste Aktivposten der Banken in der Schweiz. Die nur geringe Veränderung des Anteils der Hypothekarforderungen im Vergleich zum Vorjahr war darauf zurückzuführen, dass die meisten anderen Aktivpositionen eine Zunahme oder lediglich einen geringen Rückgang verzeichneten. Eine Ausnahme davon stellten die flüssigen Mittel dar, die eine starke Abnahme verzeichneten und mit einem Anteil von 14,8 Prozent nun gleichauf mit den Forderungen gegenüber Kundinnen und Kunden waren. Die starke Abnahme der flüssigen Mittel korrespondierte mit einem deutlichen Rückgang der Giroguthaben der Banken bei der SNB um 6,6 Prozent. Grund dafür dürfte die Rückführung überschüssiger Liquidität bei den Grossbanken sein, die als Sicherheitspuffer zur Abfederung allfälliger Risiken aus der Übernahme der Credit Suisse gehalten wurde. Die Forderungen gegenüber Kundinnen und Kunden, sprich Kredite, nahmen 2024 um CHF 7,0 Mrd. (–1,4%) ab. Im Gegensatz dazu nahmen die Forderungen gegenüber anderen Banken um CHF 26,0 Mrd. zu, was einer Zunahme von 13,9 Prozent entsprach. Diese Zunahme resultierte grösstenteils aus einem starken Anstieg der Forderungen gegenüber Banken im Inland (+25,0%), sowie einem geringen Anstieg der Forderungen gegenüber Banken im Ausland um CHF 2,7 Mrd. (+2,9%). Diese Veränderung resultierte aus einem veränderten Liquiditätsbedarf von Banken in einem Umfeld sinkender Zinsen. Auch die Forderungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften verzeichneten 2024 einen Anstieg um 24,9 Prozent und somit den grössten Anstieg aller Aktivpositionen. Wie bereits im Vorjahr kam es bei den Finanzanlagen zu einem Rückgang. Die Abnahme (–3,5%) verteilte sich auf einen Rückgang der Finanzanlagen im Inland (–12,1%) und einem leichten Anstieg der Finanzanlagen im Ausland (+3,9%). Die Bilanzverkürzung war zum grossen Teil auf die stark positive Entwicklung bei allen Banken ausser den Grossbanken zurückzuführen. Die inländisch orientierten Banken konnten ihre Bilanzsummen ausdehnen, mit einer Zunahme von 2,9 Prozent bei den Raiffeisenbanken und etwa 4 Prozent bei den Regional- und Kantonalbanken.
Zusammensetzung der Aktiven über die Zeit
Die Zusammensetzung der Aktiven veränderte sich in den letzten zehn Jahren deutlich. Zwischen 2014 und 2021 verzeichneten die flüssigen Mittel einen starken Anstieg: Sie stiegen von CHF 425,9 Mrd. im Jahr 2014 auf CHF 760,6 Mrd. im Jahr 2021. Dieser Anstieg wurde durch mehrere Faktoren begünstigt: Erstens erhöhten die Deviseninterventionen der SNB zur Abschwächung des überbewerteten Frankens die Giroguthaben der Banken. Zweitens waren die Opportunitätskosten der Liquiditätshaltung aufgrund der niedrigen Zinsen gering, weshalb die Banken viel Liquidität auf den Girokonten bei der SNB deponierten. Im Jahr 2022 nahmen die flüssigen Mittel infolge der gestiegenen Zinsen erstmals deutlich ab (–29,8%). Im Jahr 2023 stabilisierten sie sich kurzfristig (+2,4%), verzeichneten im Jahr 2024 aber wieder einen deutlichen Rückgang (–12,9%). Auch bei den Forderungen gegenüber Kundinnen und Kunden zeigte sich eine Trendwende. Während sich diese Position zwischen 2014 und 2021 mit leichten Schwankungen im Bereich zwischen CHF 573,3 Mrd. (2016) und CHF 652,9 Mrd. (2014) bewegte, sank sie in den Jahren 2022 und 2023 deutlich ab. Diese rückläufige Entwicklung setzte sich auch 2024 fort, fiel jedoch mit einem Rückgang von 1,4 Prozent deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Somit sanken die Forderungen gegenüber Kundinnen und Kunden von 2014 bis 2024 insgesamt um 27,2 Prozent. Die Forderungen gegenüber Banken machten 2014 gemessen an den Gesamtaktiven 14,7 Prozent aus. Im Jahr 2024 betrug dieser Anteil nur noch 6,6 Prozent. Diese Reduktion ist darauf zurückzuführen, dass die Banken diese Bilanzposition bewusst abgebaut haben, um die Verflechtungen mit anderen Instituten zu reduzieren. Die in- und ausländischen Hypothekarforderungen nahmen zwischen 2014 und 2024 kontinuierlich von CHF 916,6 Mrd. auf CHF 1’229,1 Mrd zu. Ihr Anteil an den gesamten Aktiven stieg von 30,2 Prozent Ende 2014 auf 38,2 Prozent Ende 2024. Das jahrelange niedrige Zinsniveau begünstigte einen Anstieg der Immobilienkäufe und -preise. Durch das erneut niedrige Zinsniveau im Jahr 2024 setzte sich dieser Trend auch weiter fort.
Entwicklung des inländischen Kreditgeschäfts
Das inländische Kreditvolumen wuchs im Jahr 2024 um rund 2,3 Prozent. Mit 86,7 Prozent waren die Hypothekarforderungen, die vor allem auf private Haushalte entfallen, die massgebende Position im Schweizer Kreditgeschäft.
Das ausstehende inländische Kreditvolumen betrug im Jahr 2024 CHF 1’393,3 Mrd. Es setzte sich aus gedeckten und ungedeckten Forderungen gegenüber Kundinnen und Kunden (CHF 184,7 Mrd., einschliesslich Unternehmen, öffentlichen Körperschaften und Konsumkrediten) und Hypothekarforderungen (CHF 1’208,6 Mrd.) zusammen, was einer Zunahme von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Dieses Wachstum war im Vergleich zur Entwicklung der letzten fünf Jahre leicht unterdurchschnittlich.
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Blickt man auf die Hypothekarforderungen, so sieht man seit 2014 einen Anstieg um CHF 307,8 Mrd. Der Anteil am inländischen Kreditvolumen ist damit von 84 Prozent auf 86,7 Prozent angestiegen. Die gesamthaft ausstehenden Hypothekarkredite erhöhten sich im Jahr 2024 um 2,4 Prozent auf CHF 1’229,1 Mrd. Mehr als 98 Prozent waren dabei auf inländische Kundinnen und Kunden zurückzuführen. Der Anteil der festverzinsten Hypothekarkredite lag bei 75,1 Prozent, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 1,7 Prozentpunkten entsprach. Der durchschnittliche Zinssatz der ausstehenden inländischen Hypothekarforderungen sank laut dem Bundesamt für Wohnungswesen im Jahr 2024 von 1,72 Prozent auf 1,53 Prozent. Diese relativ zu den Vorjahren hohen Zinsen führten zu einem unterdurchschnittlichen Wachstum der Hypothekarforderungen im Vergleich zu früheren Jahren. Im langjährigen Vergleich gewannen Hypothekarforderungen mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren an Bedeutung. Ihr Anteil stieg von 23,6 Prozent im Jahr 2014 stetig auf 27,1 Prozent im Jahr 2022. Im Jahr 2023 und 2024 kam es im Zuge der Zinserhöhungen und der Zunahme von variablen Neuhypotheken zu einem deutlichen Rückgang auf 22,4 Prozent im Jahr 2024. Gemessen am Volumen wurden Ende 2024 60,7 Prozent aller neu abgeschlossenen Hypotheken durch private Haushalte getätigt. Vor 2023 lag dieser Anteil meist über 66 Prozent. Zwischen dem vierten Quartal 2023 und 2024 stieg das Volumen selbstgenutzten Wohneigentums privater Haushalte bei neu abgeschlossenen Hypotheken um 14,0 Prozent an, während das Volumen vermieteter Wohnimmobilien von privaten Haushalten um 16,0 Prozent zunahm. Ebenfalls stieg das Volumen vermieteter Wohnimmobilien von Unternehmen im selben Zeitraum um 22,4 Prozent an. Der Marktanteil der Kantonalbanken am inländischen Hypothekarkreditvolumen betrug Ende 2024 insgesamt 40,1 Prozent und nahm somit gegenüber dem Vorjahr leicht zu. Die Grossbanken folgten mit einem Anteil von 23,4 Prozent. In den vergangenen Jahren gewannen vor allem die Kantonalbanken und Raiffeisenbanken Marktanteile im inländischen Hypothekarkreditmarkt, während die Grossbanken, Regionalbanken und Sparkassen Anteile verloren. Im Jahr 2024 setzte sich der negative Trend nur für Grossbanken fort, die einen Rückgang von 1,5 Prozentpunkten auswiesen. Kantonal- und Raiffeisenbanken erhöhten ihren Marktanteil einmal mehr um 1,0 bzw. 0,4 Prozentpunkte und auch die Regionalbanken und Sparkassen konnten ihren Anteil im Gegensatz zum langjährigen Trend mit 0,2 Prozentpunkten etwas erhöhen. Der Marktanteil von Pensionskassen und Versicherungen am Hypothekarmarkt betrug rund 6 Prozent. Aufgegliedert nach Belehnungsgruppen betrug im Jahr 2024 der Anteil der inländischen Hypothekarforderungen im ersten Rang, d.h. von bis zu zwei Dritteln des Verkehrswerts, insgesamt 94,3 Prozent, genau wie im Vorjahr. Dieser hohe Anteil deutet auf eine weiterhin vorsichtige Vergabepraxis im Bereich der Hypothekarkredite hin.
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Passiven
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Im Jahr 2024 machten Verpflichtungen aus Kundeneinlagen über die Hälfte der Passiven aus. Dabei kam es gegenüber dem Vorjahr zu einem relativ grossen Rückgang der Anleihen, Pfandbriefe und Kassenobligationen (–15,5%), während die meisten anderen Passivpositionen zunahmen. Am stärksten nahmen dabei die Verpflichtungen aus Handelsgeschäften zu (+13,8%).
Die Bilanzposition «Verpflichtung aus Kundeneinlagen», welche die Summe aus den Positionen «Sichteinlagen», «Termineinlagen» und «Übrige Verpflichtungen aus Kundeneinlagen» bildet, verzeichnete 2024 eine Zunahme von CHF 91,9 Mrd. (+5,3%). Die Verpflichtungen aus Kundeneinlagen umfassten per Ende 2024 insgesamt 58,8 Prozent der Bilanzsumme. Die insgesamt moderate Veränderung war dabei in allen einzelnen Positionen der Verpflichtungen aus Kundeneinlagen zu beobachten. Mit einem Wachstum von 2,4 Prozent nahmen die Sichteinlagen leicht zu, das gleiche gilt für die Termineinlagen mit einem Wachstum von 4,8 Prozent. Der Anteil von inländischen Guthaben an den gesamten Sichteinlagen erhöhte sich dabei seit 2021 von 59,8 Prozent auf 73,9 Prozent. Die Verpflichtungen gegenüber Banken nahmen im Jahr 2024 um CHF 15,2 Mrd. zu, was hauptsächlich auf die Zunahme der Verpflichtungen gegenüber Banken im Ausland (+CHF 16,7 Mrd.) zurückzuführen war. Diese Entwicklung wurde massgeblich von den Raiffeisenbanken (+CHF 8,3 Mrd.) und von den Kantonalbanken (+CHF 9,6 Mrd.) geprägt. Die Verpflichtungen aus dem Handelsgeschäft stiegen um CHF 3,9 Mrd. auf CHF 31,9 Mrd. Die Bilanzposition «Anleihen, Pfandbriefe und Kassenobligationen» nahm um CHF 62,2 Mrd. ab. Diese Abnahme war wesentlich auf den Rückgang der Position «Anleihen und Pfandbriefdarlehen» im Ausland (–CHF 57,9 Mrd.) zurückzuführen, die ausschliesslich von Grossbanken gehalten werden. Allerdings gab es auch im Inland eine Abnahme von CHF 19,2 Mrd. Mögliche Gründe für die massiven Rückgänge waren die vorzeitige Rückzahlung zweier von der Credit Suisse emittierter Anleihen durch die UBS im September 2024, sowie der deutliche Anstieg der Risikoprämien für Pfandbriefe in 2024, der die Emission neuer Pfandbriefe verteuerte.
Zusammensetzung der Passiven über die Zeit
Der Anteil der Verpflichtungen gegenüber Banken reduzierte sich von 13,1 Prozent im Jahr 2014 auf 12,5 Prozent im Jahr 2024. Dies zeigt, ähnlich wie bei den Aktiven, dass die Verflechtungen der Banken, insbesondere gegenüber Banken im Inland, über die Zeit abnahmen. Nach einem starken Rückgang in den Jahren 2020 bis 2022 befanden sich die Sichteinlagen, die im Jahr 2014 CHF 873,8 Mrd. betrugen, im Jahr 2024 wieder auf einem ähnlichen Niveau von CHF 843,4 Mrd. Wie auch im Vorjahr blieben sie somit Ende 2024 die grösste Passivposition mit einem ähnlichen Anteil wie im Vorjahr (26,2%). Der Anteil der Termineinlagen betrug 2024 16,1 Prozent (Vorjahr: 15,6%). Gegenüber 2014 hat sich dieser Anteil fast verdoppelt. Bis 2022 lag er meist deutlich unter 10 Prozent. Im Niedrigzinsumfeld verloren Termineinlagen gegenüber Sichteinlagen an Attraktivität, sodass viele Termineinlagen in Sichteinlagen umgeschichtet wurden. Aufgrund der Zinswende kam es seit 2022 zu einer Umkehrung: Sichteinlagen wurden in grossem Umfang zu Termineinlagen umgeschichtet. Jedoch nahm der Anteil der Termineinlagen trotz der Zinssenkung mit 0,5 Prozentpunkten weiter leicht zu.
Bilanzsumme im ersten Halbjahr 2025 stabil
Die aggregierte Bilanzsumme der Banken in der Schweiz blieb im ersten Halbjahr 2025 konstant. Auf der Aktivseite stiegen Finanzanlagen, Hypothekarforderungen und flüssige Mittel moderat, während Forderungen gegenüber Banken und Kunden sowie Handelsbestände teils deutlich zurückgingen. Auf der Passivseite nahmen vor allem Verpflichtungen aus Handelsgeschäften stark zu; Anleihen, Pfandbriefe und Kassenobligationen verzeichneten einen leichten Anstieg. Gleichzeitig gingen Kundeneinlagen, Bankverpflichtungen und Eigenmittel zurück.
Die aggregierte Bilanzsumme der Banken in der Schweiz blieb in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 auf einem konstanten Niveau und nahm nur leicht um 0,2 Prozent auf CHF 3’323,3 Mrd. ab. Dabei wurde der Rückgang am stärksten durch die Abnahme der Handelsbestände in Wertschriften und Edelmetallen um 7,0 Prozent getrieben. Die US-Zollankündigungen führten zu einem starken Einbruch an den Märkten, von dem sich die Handelsbestände in Wertschriften und Edelmetallen bis Mai nur teilweise erholen konnten. Mit CHF 173,0 Mrd. lagen sie nach den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 aber immer noch deutlich über dem Niveau des Jahres 2023. Demgegenüber wirkte insbesondere der Anstieg der Hypothekarforderungen um CHF 17 Mrd. (+1,4%) einem deutlichen Rückgang der aggregierten Bilanzsumme entgegen. Diese Entwicklung dürfte durch das tiefe Zinsumfeld gefördert werden. Den prozentual deutlichsten Anstieg konnten die Finanzanlagen verzeichnen, die in der ersten Jahreshälfte um 2,5 Prozent auf insgesamt CHF 290,6 Mrd. anstiegen. Auch die flüssigen Mittel nahmen um 1,7 Prozent zu. In beiden Bilanzpositionen konnte somit der negative Trend aus dem Jahr 2024 wieder umgekehrt werden.
Die übrigen Aktivpositionen verzeichneten in der ersten Jahreshälfte des Jahres 2025 negative Trends mit Rückgängen zwischen 0,3 Prozent bei den Forderungen gegenüber Banken und 4,8 Prozent bei den sonstigen Aktiven. Die stark positive Entwicklung in den Forderungen gegenüber Banken (–0,3%) und aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften (–2,3%) aus dem Jahr 2024 konnte somit in den ersten fünf Monaten dieses Jahres nicht fortgesetzt werden. Auf der Passivseite zeigen sich zwei gegenläufige Entwicklungen. Während mehrere Passivpositionen einen moderaten Rückgang verzeichneten – am stärksten bei den eigenen Mitteln mit einem Minus von 2,6 Prozent– legten zwei Positionen zu. Besonders deutlich fiel dabei der Anstieg der Verpflichtungen aus Handelsgeschäften aus, die um 29,3 Prozent zunahmen. Grund dafür dürfte die hohe Marktvolatilität sein. Der positive Trend aus dem Jahr 2024 setzte sich somit klar fort: Mit CHF 41,2 Mrd. lagen die Verpflichtungen Ende Mai 2025 deutlich über den Jahreswerten der Jahre 2014 bis 2024.
Nachdem die Sichteinlagen seit 2021 stark rückläufig waren, verzeichneten sie im Jahr 2024 erstmals wieder ein leichtes Wachstum. Dieser positive Trend setzte sich im ersten Halbjahr 2025 fort, mit einem Anstieg um 5,3 Prozent auf CHF 901,0 Mrd. Bei den Termineinlagen zeigte sich hingegen eine entgegengesetzte Entwicklung: Nach mehreren Jahren mit durchgehendem Wachstum gingen sie im ersten Halbjahr 2025 deutlich um 13,5 Prozent zurück und lagen im Mai bei CHF 455,8 Mrd. Der markanteste Rückgang erfolgte im März, im Zusammenhang mit der Leitzinssenkung der SNB von 0,50 auf 0,25 Prozent, welche die Attraktivität von fest gebundenen Einlagen verringerte.