Bankenbarometer 2025

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Bilanzgeschäft

Die aggregierte Bilanzsumme aller Banken in der Schweiz nahm im Jahr 2024 um 1,3 Prozent zu. Der Ab­nahme der Bilanzsumme bei den Grossbanken stand eine Zunahme bei anderen Bankengruppen gegen­über.

Die Bilanzsumme der Banken in der Schweiz stieg im Jahr 2024 im Gegen­satz zum Vorjahr an. Die Zunahme betrug 1,3 Prozent, was einer Steigerung von CHF 3’117,0 Mrd. auf CHF 3’219,1 Mrd. entsprach. Auf der Aktivseite nahmen die Hypothekarforderungen weiterhin die mit Abstand grösste Position ein. Die Mehrheit der Aktiv­positionen verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs, der zwischen 2,4 Prozent (Hypo­thekar­forderungen) und 24,9 Prozent (Forderungen aus Wert­papier­­finanzierungs­­geschäften) lag. Den grössten Rück­gang verzeichneten die flüssigen Mittel mit 12,9 Prozent. Grund dafür dürfte die Rück­führung über­­schüssiger Liquidität bei den Gross­­banken sein. Auf der Passiv­seite kam es zu keiner weiteren Umschich­tung von Sicht- zu Termin­einlagen, beide Posi­tionen nahmen mit 2,4 Prozent und 4,8 Prozent moderat zu. Somit nahmen auch die gesamten Verpflichtungen aus Kunden­einlagen um insgesamt 5,3 Prozent zu.

Wieder war ein deutlicher Rückgang der Bilanzsumme bei den Grossbanken zu beobachten, wenn auch in geringerem Ausmass im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig konnten die Kantonal­banken in ähnlicher Grössenordnung eine Erhöhung der Bilanz­summe ver­zeichnen. Das inländische Kredit­volumen stieg erneut leicht an (+2,3%). Verant­wortlich dafür waren die inländischen Hypo­thekarforderungen, die um 2,5 Prozent auf einen neuen Höchstwert von CHF 1’208,6 Mrd. stiegen. Die übrigen Kredite, die sich aus ungedeckten und gedeckten Forderungen zusammen­setzen, verzeichneten ebenfalls eine Zunahme, die mit 1,1 Prozent aber eher gering ausfiel. Den grössten Anteil am inländischen Hypothekarmarkt hatten wie im Vorjahr die Kantonalbanken (40,1%), gefolgt von den Grossbanken (24,4%).

ENTWICKLUNGEN IM JAHR 2025

Bilanzsumme im ersten Halbjahr 2025 stabil

Mehr zu den Entwicklungen 2025

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Entwicklungen im Jahr 2024

Entwicklung der Bilanzen nach Bankengruppen


Aktiven


Entwicklung des inländischen Kreditgeschäfts


Passiven


Entwicklung der Bilanzen nach Bankengruppen

Die aggregierte Bilanzsumme aller Banken in der Schweiz nahm im Jahr 2024 um 1,3 Prozent zu. Einer Abnahme der Bilanz­summe bei den Grossbanken (–2,7%) und den Privatbankiers (–0.8%) stand dabei ein Wachstum der Bilanz­summen aller anderen Banken­gruppen gegenüber. Den stärksten Anstieg verzeich­neten dabei die Börsen­banken (+7,8%) und die Kantonalbanken (+4,0%), wobei letztere für rund 72,2 Prozent des Anstieges verantwortlich waren. Den grössten Anteil der aggre­gierten Bilanzsumme hielten mit 38,4 Prozent jedoch nach wie vor die Gross­banken (2023: 40,0%, 2022: 41,2%).

Abbildung 11

Aktiven

Abbildung 12

Abbildung 13

Mit einem Anteil von 38,2 Prozent blieben die Hypothekar­forderungen die grösste Aktiv­position. Nach einer Stabilisierung im Jahr 2023 gingen die flüssigen Mittel 2024 wieder zurück und verzeichneten mit einer Abnahme von 12,9 Prozent die grösste relative Abnahme der Aktiv­positionen. Die Forderungen aus Wert­papier­finanzierungsgeschäften sowie Handels­bestände in Wert­schriften und Edelmetallen trugen am meisten zur Zunahme der Aktiven bei.

Die in- und ausländischen Hypothekar­forderungen erhöhten sich 2024 gegen­über dem Vorjahr um CHF 28,9 Mrd., von CHF 1’200,2 Mrd. auf CHF 1’229,1 Mrd. Durch die niedrigeren Zinsen erhöhte sich das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr etwas, kam aber noch nicht auf dem gleichen Niveau wie im Jahr 2022 an. Damit blieben die Hypothekarforderungen auch 2024 mit einem Anteil von rund 38,2 Prozent der bedeutendste Aktivposten der Banken in der Schweiz. Die nur geringe Veränderung des Anteils der Hypothekar­forderungen im Vergleich zum Vorjahr war darauf zurückzuführen, dass die meisten anderen Aktivpositionen eine Zunahme oder lediglich einen geringen Rückgang verzeichneten. Eine Ausnahme davon stellten die flüssigen Mittel dar, die eine starke Abnahme verzeichneten und mit einem Anteil von 14,8 Prozent nun gleich­auf mit den Forderungen gegenüber Kundinnen und Kunden waren. Die starke Abnahme der flüssigen Mittel korre­spon­dierte mit einem deutlichen Rückgang der Giroguthaben der Banken bei der SNB um 6,6 Prozent. Grund dafür dürfte die Rück­führung überschüssiger Liquidität bei den Grossbanken sein, die als Sicherheitspuffer zur Abfederung allfälliger Risiken aus der Übernahme der Credit Suisse gehalten wurde. Die Forderungen gegenüber Kundinnen und Kunden, sprich Kredite, nahmen 2024 um CHF 7,0 Mrd. (–1,4%) ab. Im Gegensatz dazu nahmen die Forderungen gegenüber anderen Banken um CHF 26,0 Mrd. zu, was einer Zunahme von 13,9 Prozent ent­sprach. Diese Zunahme resultierte grössten­teils aus einem starken Anstieg der Forderungen gegenüber Banken im Inland (+25,0%), sowie einem geringen Anstieg der Forderungen gegenüber Banken im Ausland um CHF 2,7 Mrd. (+2,9%). Diese Veränderung resultierte aus einem veränderten Liquiditätsbedarf von Banken in einem Umfeld sinkender Zinsen. Auch die Forderungen aus Wertpapier­finanzie­rungsgeschäften verzeichneten 2024 einen Anstieg um 24,9 Prozent und somit den grössten Anstieg aller Aktiv­positionen. Wie bereits im Vorjahr kam es bei den Finanz­anlagen zu einem Rück­gang. Die Abnahme (–3,5%) verteilte sich auf einen Rückgang der Finanzanlagen im Inland (–12,1%) und einem leichten Anstieg der Finanz­anlagen im Ausland (+3,9%). Die Bilanzverkürzung war zum grossen Teil auf die stark positive Entwicklung bei allen Banken ausser den Grossbanken zurück­zuführen. Die inländisch orientierten Banken konnten ihre Bilanzsummen ausdehnen, mit einer Zu­nahme von 2,9 Prozent bei den Raiffeisen­banken und etwa 4 Prozent bei den Regional- und Kantonalbanken.

Zusammensetzung der Aktiven über die Zeit

Die Zusammensetzung der Aktiven veränderte sich in den letzten zehn Jahren deutlich. Zwischen 2014 und 2021 ver­zeich­neten die flüssigen Mittel einen starken Anstieg: Sie stiegen von CHF 425,9 Mrd. im Jahr 2014 auf CHF 760,6 Mrd. im Jahr 2021. Dieser Anstieg wurde durch mehrere Faktoren begünstigt: Erstens erhöhten die Deviseninterventionen der SNB zur Abschwächung des über­be­werteten Frankens die Giroguthaben der Banken. Zweitens waren die Opportunitäts­kosten der Liquiditätshaltung aufgrund der niedrigen Zinsen gering, weshalb die Banken viel Liquidität auf den Girokonten bei der SNB deponierten. Im Jahr 2022 nahmen die flüssigen Mittel infolge der gestiegenen Zinsen erstmals deutlich ab (–29,8%). Im Jahr 2023 stabilisierten sie sich kurzfristig (+2,4%), verzeichneten im Jahr 2024 aber wieder einen deutlichen Rück­gang (–12,9%). Auch bei den Forderungen gegenüber Kundinnen und Kunden zeigte sich eine Trendwende. Während sich diese Position zwischen 2014 und 2021 mit leichten Schwankungen im Bereich zwischen CHF 573,3 Mrd. (2016) und CHF 652,9 Mrd. (2014) bewegte, sank sie in den Jahren 2022 und 2023 deutlich ab. Diese rück­läufige Entwicklung setzte sich auch 2024 fort, fiel jedoch mit einem Rückgang von 1,4 Prozent deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Somit sanken die Forderungen gegenüber Kundinnen und Kunden von 2014 bis 2024 insgesamt um 27,2 Prozent. Die Forderungen gegenüber Banken machten 2014 gemessen an den Gesamt­aktiven 14,7 Prozent aus. Im Jahr 2024 betrug dieser Anteil nur noch 6,6 Prozent. Diese Reduktion ist darauf zurückzuführen, dass die Banken diese Bilanzposition bewusst abgebaut haben, um die Verflech­tungen mit anderen Instituten zu reduzieren. Die in- und ausländischen Hypothekar­forderungen nahmen zwischen 2014 und 2024 kontinuierlich von CHF 916,6 Mrd. auf CHF 1’229,1 Mrd zu. Ihr Anteil an den gesamten Aktiven stieg von 30,2 Prozent Ende 2014 auf 38,2 Prozent Ende 2024. Das jahrelange niedrige Zinsniveau begünstigte einen Anstieg der Immobilien­käufe und -preise. Durch das erneut niedrige Zinsniveau im Jahr 2024 setzte sich dieser Trend auch weiter fort.

Entwicklung des inländischen Kreditgeschäfts

Das inländische Kreditvolumen wuchs im Jahr 2024 um rund 2,3 Prozent. Mit 86,7 Prozent waren die Hypo­thekar­forderungen, die vor allem auf private Haushalte entfallen, die mass­gebende Position im Schweizer Kredit­geschäft.

Das ausstehende inländische Kredit­volumen betrug im Jahr 2024 CHF 1’393,3 Mrd. Es setzte sich aus gedeckten und ungedeckten Forderungen gegenüber Kundinnen und Kunden (CHF 184,7 Mrd., einschliess­lich Unternehmen, öffentlichen Körperschaften und Konsumkrediten) und Hypothekarforderungen (CHF 1’208,6 Mrd.) zusammen, was einer Zunahme von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Dieses Wachstum war im Vergleich zur Entwicklung der letzten fünf Jahre leicht unterdurchschnittlich.

Abbildung 14

Blickt man auf die Hypothekarforderungen, so sieht man seit 2014 einen Anstieg um CHF 307,8 Mrd. Der Anteil am inländischen Kreditvolumen ist damit von 84 Prozent auf 86,7 Prozent angestiegen. Die gesamt­haft ausstehenden Hypothekarkredite erhöhten sich im Jahr 2024 um 2,4 Prozent auf CHF 1’229,1 Mrd. Mehr als 98 Prozent waren dabei auf inländische Kundinnen und Kunden zurückzuführen. Der Anteil der festverzinsten Hypothekarkredite lag bei 75,1 Prozent, was gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 1,7 Prozentpunkten entsprach. Der durchschnittliche Zinssatz der ausstehenden inländischen Hypo­thekar­forderungen sank laut dem Bundesamt für Wohnungswesen im Jahr 2024 von 1,72 Prozent auf 1,53 Prozent. Diese relativ zu den Vorjahren hohen Zinsen führten zu einem unterdurch­schnittlichen Wachs­tum der Hypothekar­forderungen im Vergleich zu früheren Jahren. Im langjährigen Vergleich gewannen Hypothekarforderungen mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren an Bedeutung. Ihr Anteil stieg von 23,6 Prozent im Jahr 2014 stetig auf 27,1 Prozent im Jahr 2022. Im Jahr 2023 und 2024 kam es im Zuge der Zinserhöhungen und der Zunahme von variablen Neu­hypotheken zu einem deutlichen Rückgang auf 22,4 Prozent im Jahr 2024. Gemessen am Volumen wurden Ende 2024 60,7 Prozent aller neu abge­schlos­senen Hypotheken durch private Haushalte getätigt. Vor 2023 lag dieser Anteil meist über 66 Prozent. Zwischen dem vierten Quartal 2023 und 2024 stieg das Volumen selbstgenutzten Wohn­eigentums privater Haushalte bei neu abgeschlossenen Hypotheken um 14,0 Prozent an, während das Volumen vermieteter Wohnimmobilien von privaten Haushalten um 16,0 Prozent zunahm. Ebenfalls stieg das Volumen vermieteter Wohnimmobilien von Unternehmen im selben Zeitraum um 22,4 Prozent an. Der Marktanteil der Kantonalbanken am inländischen Hypothekarkreditvolumen betrug Ende 2024 insgesamt 40,1 Prozent und nahm somit gegenüber dem Vorjahr leicht zu. Die Gross­banken folgten mit einem Anteil von 23,4 Prozent. In den vergangenen Jahren gewannen vor allem die Kantonalbanken und Raiffeisenbanken Marktanteile im inländischen Hypothekar­kreditmarkt, während die Grossbanken, Regionalbanken und Sparkassen Anteile verloren. Im Jahr 2024 setzte sich der negative Trend nur für Grossbanken fort, die einen Rückgang von 1,5 Prozent­punkten auswiesen. Kantonal- und Raiffeisen­banken erhöhten ihren Markt­anteil einmal mehr um 1,0 bzw. 0,4 Prozent­­punkte und auch die Regional­banken und Sparkassen konnten ihren Anteil im Gegensatz zum langjährigen Trend mit 0,2 Prozentpunkten etwas erhöhen. Der Marktanteil von Pensions­kassen und Versicherungen am Hypo­thekar­markt betrug rund 6 Prozent. Aufgegliedert nach Belehnungsgruppen betrug im Jahr 2024 der Anteil der inländischen Hypo­thekarforderungen im ersten Rang, d.h. von bis zu zwei Dritteln des Verkehrswerts, insgesamt 94,3 Prozent, genau wie im Vorjahr. Dieser hohe Anteil deutet auf eine weiterhin vorsichtige Vergabepraxis im Bereich der Hypo­thekar­kredite hin.

Abbildung 15

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Passiven

Abbildung 17

Abbildung 18

Im Jahr 2024 machten Verpflich­tungen aus Kundeneinlagen über die Hälfte der Passiven aus. Dabei kam es gegenüber dem Vorjahr zu einem relativ grossen Rück­gang der An­leihen, Pfand­briefe und Kassen­­­obligationen (–15,5%), während die meisten anderen Passiv­positionen zunahmen. Am stärksten nahmen dabei die Verpflichtungen aus Handels­geschäften zu (+13,8%).

Die Bilanzposition «Verpflichtung aus Kundeneinlagen», welche die Summe aus den Positionen «Sichteinlagen», «Termin­einlagen» und «Übrige Verpflichtungen aus Kundeneinlagen» bildet, verzeichnete 2024 eine Zunahme von CHF 91,9 Mrd. (+5,3%). Die Verpflichtungen aus Kunden­einlagen umfassten per Ende 2024 insgesamt 58,8 Prozent der Bilanzsumme. Die insgesamt moderate Veränderung war dabei in allen einzelnen Positionen der Verpflichtungen aus Kunden­einlagen zu beobachten. Mit einem Wachstum von 2,4 Prozent nahmen die Sichteinlagen leicht zu, das gleiche gilt für die Termineinlagen mit einem Wachs­tum von 4,8 Prozent. Der Anteil von inländischen Guthaben an den gesamten Sichteinlagen erhöhte sich dabei seit 2021 von 59,8 Prozent auf 73,9 Prozent. Die Verpflichtungen gegenüber Banken nahmen im Jahr 2024 um CHF 15,2 Mrd. zu, was haupt­sächlich auf die Zunahme der Verpflichtungen gegenüber Banken im Ausland (+CHF 16,7 Mrd.) zurückzuführen war. Diese Entwicklung wurde massgeblich von den Raiffeisenbanken (+CHF 8,3 Mrd.) und von den Kantonalbanken (+CHF 9,6 Mrd.) geprägt. Die Verpflichtungen aus dem Handels­geschäft stiegen um CHF 3,9 Mrd. auf CHF 31,9 Mrd. Die Bilanzposition «Anleihen, Pfandbriefe und Kassen­obligationen» nahm um CHF 62,2 Mrd. ab. Diese Abnahme war wesentlich auf den Rückgang der Position «Anleihen und Pfand­brief­darlehen» im Ausland (–CHF 57,9 Mrd.) zurückzuführen, die ausschliesslich von Grossbanken gehalten werden. Allerdings gab es auch im Inland eine Abnahme von CHF 19,2 Mrd. Mögliche Gründe für die massiven Rück­gänge waren die vorzeitige Rückzahlung zweier von der Credit Suisse emittierter Anleihen durch die UBS im September 2024, sowie der deutliche Anstieg der Risikoprämien für Pfandbriefe in 2024, der die Emission neuer Pfandbriefe verteuerte.

Zusammensetzung der Passiven über die Zeit

Der Anteil der Verpflichtungen gegenüber Banken reduzierte sich von 13,1 Prozent im Jahr 2014 auf 12,5 Prozent im Jahr 2024. Dies zeigt, ähnlich wie bei den Aktiven, dass die Verflech­tungen der Banken, insbe­sondere gegenüber Banken im Inland, über die Zeit abnahmen. Nach einem starken Rückgang in den Jahren 2020 bis 2022 befanden sich die Sichteinlagen, die im Jahr 2014 CHF 873,8 Mrd. betrugen, im Jahr 2024 wieder auf einem ähnlichen Niveau von CHF 843,4 Mrd. Wie auch im Vorjahr blieben sie somit Ende 2024 die grösste Passivposition mit einem ähnlichen Anteil wie im Vorjahr (26,2%). Der Anteil der Termineinlagen betrug 2024 16,1 Prozent (Vorjahr: 15,6%). Gegenüber 2014 hat sich dieser Anteil fast verdoppelt. Bis 2022 lag er meist deutlich unter 10 Prozent. Im Niedrig­zinsumfeld verloren Termineinlagen gegenüber Sichteinlagen an Attraktivität, sodass viele Termineinlagen in Sicht­einlagen umgeschichtet wurden. Aufgrund der Zins­wende kam es seit 2022 zu einer Umkehrung: Sicht­einlagen wurden in grossem Umfang zu Termineinlagen umgeschichtet. Jedoch nahm der Anteil der Termin­einlagen trotz der Zinssenkung mit 0,5 Prozent­punkten weiter leicht zu.

Bilanzsumme im ersten Halbjahr 2025 stabil

Die aggregierte Bilanzsumme der Banken in der Schweiz blieb im ersten Halbjahr 2025 konstant. Auf der Aktiv­seite stiegen Finanzanlagen, Hypothekarforderungen und flüssige Mittel moderat, während Forderungen gegenüber Banken und Kunden sowie Handelsbestände teils deutlich zurück­gingen. Auf der Passivseite nahmen vor allem Verpflichtungen aus Handelsgeschäften stark zu; Anleihen, Pfandbriefe und Kassen­obligationen verzeichneten einen leichten Anstieg. Gleich­­zeitig gingen Kunden­einlagen, Bankverpflichtungen und Eigen­mittel zurück.

Die aggregierte Bilanzsumme der Banken in der Schweiz blieb in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 auf einem konstanten Niveau und nahm nur leicht um 0,2 Prozent auf CHF 3’323,3 Mrd. ab. Dabei wurde der Rückgang am stärksten durch die Abnahme der Handels­bestände in Wertschriften und Edelmetallen um 7,0 Prozent getrieben. Die US-Zollankün­di­gungen führten zu einem starken Einbruch an den Märkten, von dem sich die Handels­bestände in Wertschriften und Edel­metallen bis Mai nur teilweise erholen konnten. Mit CHF 173,0 Mrd. lagen sie nach den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 aber immer noch deutlich über dem Niveau des Jahres 2023. Demgegen­über wirkte insbesondere der Anstieg der Hypo­thekar­forderungen um CHF 17 Mrd. (+1,4%) einem deutlichen Rückgang der aggre­gierten Bilanzsumme entgegen. Diese Entwicklung dürfte durch das tiefe Zins­umfeld gefördert werden. Den prozentual deutlichsten Anstieg konnten die Finanz­anlagen verzeichnen, die in der ersten Jahreshälfte um 2,5 Prozent auf insgesamt CHF 290,6 Mrd. anstiegen. Auch die flüssigen Mittel nahmen um 1,7 Prozent zu. In beiden Bilanzpositionen konnte somit der negative Trend aus dem Jahr 2024 wieder umgekehrt werden.

Die übrigen Aktivpositionen verzeichneten in der ersten Jahreshälfte des Jahres 2025 negative Trends mit Rückgängen zwischen 0,3 Prozent bei den Forderungen gegen­über Banken und 4,8 Prozent bei den sonstigen Aktiven. Die stark positive Ent­wicklung in den Forderungen gegenüber Banken (–0,3%) und aus Wertpapier­finanzierungsgeschäften (–2,3%) aus dem Jahr 2024 konnte somit in den ersten fünf Monaten dieses Jahres nicht fortgesetzt werden. Auf der Passivseite zeigen sich zwei gegen­läufige Entwicklungen. Während mehrere Passiv­positionen einen moderaten Rück­gang verzeichneten – am stärksten bei den eigenen Mitteln mit einem Minus von 2,6 Prozent– legten zwei Positionen zu. Besonders deutlich fiel dabei der Anstieg der Verpflichtungen aus Handelsgeschäften aus, die um 29,3 Prozent zunahmen. Grund dafür dürfte die hohe Markt­volatilität sein. Der positive Trend aus dem Jahr 2024 setzte sich somit klar fort: Mit CHF 41,2 Mrd. lagen die Verpflichtungen Ende Mai 2025 deutlich über den Jahreswerten der Jahre 2014 bis 2024.

Nachdem die Sichteinlagen seit 2021 stark rückläufig waren, verzeichneten sie im Jahr 2024 erstmals wieder ein leichtes Wachs­tum. Dieser positive Trend setzte sich im ersten Halbjahr 2025 fort, mit einem Anstieg um 5,3 Prozent auf CHF 901,0 Mrd. Bei den Termin­einlagen zeigte sich hin­gegen eine entgegengesetzte Entwicklung: Nach mehreren Jahren mit durchgehendem Wachstum gingen sie im ersten Halbjahr 2025 deutlich um 13,5 Prozent zurück und lagen im Mai bei CHF 455,8 Mrd. Der markanteste Rückgang erfolgte im März, im Zusammenhang mit der Leitzinssenkung der SNB von 0,50 auf 0,25 Prozent, welche die Attraktivität von fest gebun­denen Einlagen verringerte.