Bankenbarometer 2026

Download druckbare Version (PDF)

DE | FR | EN

Geschäftserfolg

Im Vergleich zum Vorjahr ist der aggregierte Geschäftserfolg der Banken in der Schweiz um 5,8 Prozent auf das Allzeithoch von CHF 73,8 Mrd. gestiegen. Der Anstieg lässt sich auf eine deutliche Zunahme im Erfolg aus dem Kommis­sions- und Dienstleistungs­geschäft wie auch dem übrigen ordent­lichen Erfolg zurückführen. Entsprechend fiel der Jahresgewinn mit CHF 20,6 Mrd. (+16,3%) höher aus als im Vorjahr.

Der aggregierte Geschäftserfolg aller Banken in der Schweiz ist im Jahr 2025 auf CHF 73,8 Mrd. angestiegen. Die Zunahme von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet den höchsten Anstieg seit fünf Jahren. Diese Zunahme ist insbesondere auf den ge­stiegenen Geschäfts­erfolg bei den Grossbanken (+11,5%) zurückzuführen, womit diese die rückläufige Entwicklung aus dem Jahr 2024 (–7,8%) wett­machen konnten. Daneben konnten auch die Auslandsbanken (+4,5%) und die Börsenbanken (+3,5%) deutliche Zugewinne im aggregierten Geschäfts­erfolg erzielen. Nach Geschäftsbereich verzeich­neten der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (+6,5%) und der übrige ordentliche Erfolg (+26,6%) eine Zunahme, welche den marginalen Rückgang im Erfolg aus dem Zinsgeschäft (–0,8%) sowie dem Handels­geschäft (–1,5%) mehr als kompensieren konnten. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienst­leistungsgeschäft deutet auf eine höhere Kundenaktivität an den Finanzmärkten hin, die Zunahme des übrigen ordentlichen Erfolgs resultiert aus einem markanten Anstieg des Beteiligungs­ertrags bei den Grossbanken und den Auslandbanken. Der Rückgang im Zinserfolg ist ein Spiegel der aktuellen Nullzinspolitik, die auf die Margen drückt. Mit dem gestiegenen Geschäftserfolg bei den Grossbanken konnten diese ihren Anteil am aggregierten Geschäfts­­erfolg erstmals seit 2020 wieder erhöhen, was gleichzeitig zu einem leicht rückläufigen Anteil am Geschäftserfolg für alle anderen Banken geführt hat.

Statistische Erhebungsstufen

ENTWICKLUNGEN IM JAHR 2026

Banken erwarten für 2026 trotz an­spruchs­vollem Um­feld höheren Geschäfts­erfolg

Mehr zu den Entwicklungen 2026

Genf | iStock.com/zorazhuang

Entwicklungen im Jahr 2025

Geschäftserfolg nach Geschäftsbereichen


Geschäftserfolg nach Bankengruppen


Jahresgewinn und Steuern

Geschäftserfolg nach Geschäftsbereichen

Der aggregierte Geschäftserfolg setzt sich aus den Erfolgen aus dem Zinsgeschäft, dem Kommissions- und Dienstleistungs­geschäft, dem Handelsgeschäft sowie dem übrigen ordentlichen Erfolg zusammen. Die Zunahme des aggregierten Geschäfts­erfolgs um 5,8 Prozent im Jahr 2025 war wesentlich durch eine Zunahme des Erfolgs aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sowie des übrigen ordentlichen Erfolgs geprägt.

Der Anteil des Zinserfolgs am Geschäftserfolg verringerte sich um 1,9 Prozentpunkte auf 28,3 Prozent, absolut von CHF 21,1 Mrd. auf CHF 20,9 Mrd. Die bereits im Vorjahr begonnene Ver­schiebung der Ertrags­struktur setzte sich damit fort. Das gesunkene Zinsniveau führte zu einem deutlichen Rückgang des Zinsertrags um CHF 20,9 Mrd. (–24,1%). Gleichzeitig ver­ringerte sich auch der Zinsaufwand um CHF 20,8 Mrd. (–31,6 %), wodurch der Zinserfolg insgesamt weit­gehend stabil blieb (–0,8%). Die niedrigeren Refinanzierungskosten der Banken infolge der seit Mitte 2023 schrittweise gesenkten Leitzinsen der SNB wirkten sich mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung auf den Zinsaufwand aus und milderten dadurch den Rückgang des Erfolgs aus dem Zinsgeschäft. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft verzeichnete ebenfalls einen marginalen Rückgang, von CHF 15,1 Mrd. auf CHF 14,9 Mrd. Der grösste Anteil des Geschäftserfolgs entfiel mit 32,3 Prozent (+0,2 Prozentpunkte) erneut auf den Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungs­geschäft (CHF 21,8 Mrd.), der wie bereits im Vor­jahr weiter angestiegen ist (+6,5%). Obwohl der Kommissions­aufwand im Vergleich zum Vorjahr zunahm, überwog der Anstieg des Kommissionsertrags im Wertpapier- und Anlage­geschäft. Dies deutet auf eine höhere Kundenaktivität an den Finanzmärkten hin. Die grösste relative Zunahme verzeichnete 2025 der übrige ordentliche Erfolg, nachdem er im Vorjahr deutlich rückläufig war. Mit CHF 14,1 Mrd. erreichte er den zweithöchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Mass­geblich dafür war der starke Anstieg des Beteiligungsertrags bei den Grossbanken und den Ausland­banken, wodurch er wieder das Niveau vor dem Einbruch im Jahr 2024 erreichte.

Übriger ordentlicher Erfolg

Abbildung 7

Geschäftserfolg nach Bankengruppen

Abbildung 8

Gegenüber dem Vorjahr konnten insbesondere die Grossbanken ihren aggregierten Geschäftserfolg deutlich steigern. Auch die Auslands- und Börsenbanken verzeich­neten eine Zunahme. Aufgrund des überdurchschnittlichen Erfolgs­zuwachses der Grossbanken erhöhte jedoch nur diese Gruppe ihren Anteil am gesamten Geschäfts­erfolg, während sich der Anteil der übrigen Bankengruppen leicht verringerte.

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichneten die Grossbanken erstmals seit 2020 wieder eine Zu­nahme ihrer Anteile am aggregierten Geschäftserfolg. Sie erhöhten ihren Anteil um 2,2 Prozent­punkte auf 43,3 Prozent, was einer Steigerung des Geschäftserfolgs um CHF 3,3 Mrd. (+11,5%) entspricht. Dieser Anstieg geht auf die Zunahme des Erfolgs aus dem Zinsgeschäft um CHF 1,5 Mrd. (+68,2%), des Erfolgs aus dem Kommissions- und Dienst­leistungsgeschäft um CHF 590 Mio. (+7,5%) sowie des übrigen ordentlichen Erfolgs um CHF 2,1 Mrd. (+24,62%) zurück, während das Handelsgeschäft einen Rückgang verzeichnete. Die Grossbanken waren damit die einzige Bankengruppe, die ihren Erfolg aus dem Zins­geschäft steigern konnte. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ihr Zinsaufwand deutlich stärker zurück­ging als der Zinsertrag. Der hohe übrige ordentliche Erfolg ist insbesondere auf einen markanten Anstieg des Beteiligungsertrags zurückzuführen. Auch die Auslands- und Börsenbanken konnten ihren aggregierten Geschäfts­erfolg gegenüber dem Vorjahr steigern. So nahm dieser bei den Auslandsbanken um CHF 404,6 Mio. (+4,5%) und bei den Börsenbanken um CHF 373,3 Mio. (+3,5%) zu. Bei den Auslandsbanken war der Anstieg vor allem auf den höheren Erfolg aus dem Kommissions- und Dienst­leistungsgeschäft (+6,4%) sowie auf den deutlich gestiegenen übrigen ordentlichen Erfolg (+83,6%) zurückzuführen. Der hohe übrige ordentliche Erfolg geht, ähnlich wie bei den Grossbanken, auf einen markanten Anstieg des Beteiligungsertrags zurück. Bei den Börsenbanken hingegen resultierte die Zunahme in erster Linie aus dem Erfolg aus dem Handels­geschäft, der um CHF 638,4 Mio. (+30,4%) anstieg.

Aufgrund des deutlichen Anstiegs des aggregierten Geschäftserfolgs der Grossbanken verzeich­neten alle anderen Bankengruppen einen leichten Rückgang ihres Anteils am gesamten Geschäfts­erfolg. Der Rückgang der Anteile der übrigen Bankengruppen fiel mit –0,1 bis –0,9 Prozentpunkten jedoch moderat aus.

Insgesamt zeigen sich im aggregierten Geschäftserfolg zwei unterschiedliche Entwicklungen: Einerseits nahm der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (+6,5%) bei sämtlichen Banken­gruppen sowie der übrige ordentliche Erfolg (+26,6%) insbesondere bei den Gross- und Auslandbanken, deutlich zu. Andererseits ging der Erfolg aus dem Zins­geschäft (–0,8%) sowie aus dem Handelsgeschäft (–1,5%) auf aggregierter Ebene leicht zurück. Im Zins­geschäft entwickelten sich die Grossbanken mit einer Zunahme des Erfolgs von 68,2 Prozent signifikant anders als die übrigen Bankengruppen. Während sie als einzige Bankengruppe einen markanten Anstieg verzeichneten, reichte die Entwicklung bei den übrigen Bankengruppen von einer leichten Zunahme um 0,7 Prozent bis zu einem Rückgang von 28,5 Prozent. Auch im Handels­geschäft zeigte sich ein uneinheitliches Bild. Während die Kantonalbanken (+9,1 %), die Raiffeisen­banken (+13,0 %) und die Börsenbanken (+30,4 %) ihren Erfolg steigern konnten, verzeichneten die übrigen Bankengruppen Rückgänge zwischen 1,5 und 20,2 Prozent.

Im langjährigen Vergleich sind Verschiebungen hinsichtlich der Bedeutung der einzelnen Banken­gruppen im Schweizer Bankensektor zu beobachten. Börsenbanken steigerten ihren Anteil am gesamten Geschäfts­erfolg lang­fristig erheblich und lagen 2025 mit 14,8 Prozent weiterhin klar über dem lang­jährigen Durchschnitt. Auch Kantonalbanken behaupteten mit 15,3 Prozent einen überdurchschnittlich hohen Anteil, während Regionalbanken, Sparkassen, Raiffeisenbanken und Privatbankiers weitgehend auf dem Niveau ihrer langjährigen Mittelwerte blieben. Die Auslands­banken konnten ihren seit 2020 wieder steigenden Anteil 2025 mit 12,6 Prozent trotz eines leichten Rückgangs auf hohem Niveau halten. Die Grossbanken stoppten ihren mehrjährigen Abwärtstrend und erreichten mit 43,3 Prozent erstmals seit 2020 wieder einen höheren Anteil am gesamten Geschäftserfolg.

Statistische Effekte der Zuordnung zu Bankengruppen

Auslandsbanken: Tochter­gesellschaften und Zweig­niederlassungen

Grössere Banken verfügen – oftmals aus Marktzutrittsgründen – in verschiedenen Ländern über eine physische Präsenz. In der Schweiz sind knapp 100 ausländisch dominierte Banken tätig, die über 16’000 Personen beschäftigen und somit wesentlich zum Erfolg des Bankenplatzes Schweiz beitragen. Auslandsbanken, die in der Schweiz tätig sind, lassen sich dabei in zwei rechtliche Hauptkategorien unterteilen: Tochtergesellschaften und Zweigniederlassungen. Bei einer Tochtergesellschaft handelt es sich um eine nach schweizerischem Recht organisierte Bank mit beherrschendem ausländischem Einfluss. Diese Institute verfügen über eine eigene Rechts­persönlichkeit und können selbstständig Verträge mit Kunden abschliessen. Die Zweig­nieder­lassungen hingegen verfügen über keine eigenständige Rechtspersönlichkeit, sind rechtlich somit unselbständig und können entsprechend nur für die ausländische Bank und nicht für sich selbst tätig sein. Das Fehlen einer eigenständigen Bilanz bringt es mit sich, dass gewisse FINMA-Vorgaben, wie die Eigenmittelverordnung (ERV), keine Anwendung auf die Zweig­nieder­lassungen einer ausländischen Bank finden. Sie bedürfen dennoch einer Bewilligung der FINMA und sind der Aufsicht der FINMA unterstellt. Sie unterstehen, wie die Tochtergesellschaften, der Regulierung bzw. den Verordnungen sowie den Rundschreiben der FINMA. Die überwiegende Mehrheit der Zweigniederlassungen ausländischer Banken fallen unter die Aufsichtskategorien 4 oder 5.

Jahresgewinn und Steuern

Abbildung 9

Die Ertragslage der Schweizer Banken verbesserte sich 2025 deutlich. Dank höherer operativer Erträge und eines leicht geringeren Geschäftsaufwands stieg der Jahres­gewinn auf CHF 20,6 Mrd. (+16,3%), obwohl die ausserordentlichen Erträge gegenüber dem Vorjahr deutlich tiefer ausfielen.

Aus der Zunahme des aggregierten Geschäftserfolgs um 5,8 Prozent resultierte 2025 ein Brutto­gewinn von CHF 28,4 Mrd. Dies entspricht einem Anstieg von CHF 4,5 Mrd. beziehungsweise 18,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Geschäftsaufwand, bestehend aus Personal- und Sach­aufwand, verringerte sich gleichzeitig um 1,1 Prozent. Der Rückgang geht dabei vollständig auf den Sachaufwand zurück (–3,1%), der Personalaufwand nahm leicht zu (+0,8%).

Nach Abzug von Abschreibungen, Wertberichtigungen sowie Rückstellungen vom Bruttogewinn verblieb den Schweizer Banken ein Geschäftserfolg von CHF 22,1 Mrd. (+23,9%). Die Abzüge aus Abschrei­bungen, Wert­berichtigungen und Rückstellungen sind in Summe im Vergleich zum Vorjahr leicht um CHF 256,2 Mio. (+4,2%) angestiegen, dies war in erster Linie jedoch auf deutlich höhere Abschreibungen (+46,3%) zurückzuführen. Die Wertberichtigungen und Rück­stellungen gingen gleichzeitig markant um 60,1 Prozent zurück. Im Verhältnis zum höheren Bruttogewinn fiel die zusätzliche Belastung durch diese Positionen gering aus und vermochte den Anstieg des Geschäftserfolgs nur leicht abzuschwächen.

Wie bereits im Vorjahr ging der ausserordentliche Ertrag auch 2025 deutlich zurück. Er ver­ringerte sich von CHF 4,1 Mrd. im Jahr 2024 auf CHF 1,9 Mrd. und erreichte damit erstmals seit dem ausser­gewöhnlich hohen Wert des Jahres 2023 wieder ein im langjährigen Vergleich gewöhnliches Niveau (zwischen 2016 und 2022 durchschnittlich CHF 2,3 Mrd.). Der Rückgang ist nahezu ausschliesslich auf die Grossbanken zurückzuführen, die im Jahr 2023 im Zusammen­hang mit der Übernahme der Credit Suisse ausser­ordentliche Erträge von CHF 18,7 Mrd. erzielt hatten. Dies deutet darauf hin, dass die Einmaleffekte aus der Übernahme im Jahr 2025 weit­gehend ausgelaufen sind. Nach Berücksichtigung der ausserordentlichen Aufwände resultierten für die Schweizer Banken ausserordentliche Nettoerträge von CHF 1,4 Mrd. Der Steueraufwand belief sich auf CHF 2,4 Mrd. und lag damit um CHF 0,1 Mrd. beziehungsweise 5,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Steueraufwand kann aufgrund der Zusammensetzung der Erträge sowie von Veränderungen bei Steuerabgrenzungen oder der Nutzung von Verlustvorträgen von der Entwicklung des Geschäftserfolgs abweichen.

Zusammenfassend ergibt sich ein Jahresgewinn (Periodenerfolg) von CHF 20,6 Mrd. Dieser liegt um CHF 2,9 Mrd. (+16,3 %) über dem Vorjahreswert von CHF 17,7 Mrd. Höhere operative Erträge und ein leicht geringerer Geschäftsaufwand konnte die Belastungen aus höheren Ab­schreibungen und tieferen ausserordentlichen Erträgen mehr als kompensieren und führte zu einer markanten Zunahme des Jahres­gewinns.

Banken erwarten für 2026 trotz an­spruchs­vollem Um­feld höheren Geschäfts­erfolg

Die Banken in der Schweiz erwarten laut Swiss Banking Outlook für 2026 mehr­heitlich einen höheren Geschäfts­erfolg. Während die Nullzinspolitik das Zinsgeschäft belastet, dürften die positive Entwicklung der Aktienmärkte und die erhöhte Kunden­­aktivität das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sowie teilweise auch das Handels­geschäft stützen.

Gemäss dem Swiss Banking Outlook erwarten die befragten Finanzmarktexpertinnen und -experten für 2026 ein deutlich unter­durchschnittliches BIP-Wachstum von 1,0 Prozent. Höhere Energiepreise sowie die anhaltenden geo- und handelspolitischen Unsicher­heiten belasten die internationale Konjunktur. Gleichzeitig haben sich die geldpolitischen Rahmenbedingungen zwischen den grossen Währungsräumen weiter auseinanderentwickelt: Während die SNB den Leitzins im Juni bei null beliess, erhöhte die EZB ihren Leitzins im Juni auf 2,4 Prozent. Die Fed hält ihr Zielband seit Dezember 2025 bei 3,5 bis 3,75 Prozent.

Trotz dieses anspruchsvollen Umfelds zeigen sich die Befragten zuversichtlich. Gemäss Swiss Banking Outlook erwarten 53 Prozent der Expertinnen und Experten für 2026 einen höheren aggregierten Geschäftserfolg als im Vorjahr, weitere 33 Prozent einen etwa gleich hohen. Mit einem Rückgang rechnet keiner der Befragten. Der positive Ausblick stützt sich auf unter­schiedliche Wachstums­erwartungen in den einzelnen Geschäftsbereichen.

Der stärkste Impuls dürfte vom Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft ausgehen: 73 Prozent der Expertinnen und Experten erwarten hier einen höheren Erfolg. Diese Erwartung kann darauf zurückzuführen sein, dass volatile Märkte oftmals mit einer höheren Kundenaktivität an den Finanzmärkten verbunden sind und höhere Marktwerte grundsätzlich die Basis für ver­mögens­abhängige Gebühren vergrössern. Nach den markanten Kursrückgängen im März setzte an den Aktienmärkten eine Erholung ein. Bis Mitte Juli notierte der SMI rund 7,5 Prozent, der Euro Stoxx 50 7,2 Prozent und der S&P 500 8,7 Prozent über ihrem Niveau zu Jahresbeginn. Der Schweizer Franken hat sich Anfang Jahr sowohl gegenüber dem Dollar wie auch dem Euro auf­gewertet, notiert im Juli 2026 aber wieder auf ähnlichem Niveau wie Ende 2025.

Auch das Handelsgeschäft dürfte von der erhöhten Volatilität an den Finanzmärkten profitieren. Grössere Preisschwankungen an den Aktien-, Anleihe-, Rohstoff- und Devisenmärkten gehen häufig mit höheren Handelsvolumina und einer stärkeren Kunden­nachfrage nach Absicherungs- und Transaktionsgeschäften einher. Entsprechend rechnen 40 Prozent der Befragten mit einem höheren und 33 Prozent mit einem etwa gleich hohen Erfolg. Das Zinsgeschäft dürfte dagegen auf einem verhaltenen Niveau bleiben: 43 Prozent der Be­fragten erwarten einen etwa gleich hohen Zinserfolg, 30 Prozent rechnen mit einem Rück­gang; lediglich 14 Prozent gehen von einer Verbesserung aus. Die anhaltende Nullzinspolitik und der intensive Wettbewerb im Kredit- und Einlagengeschäft setzen insbesondere die Margen inland­orientierter Banken unter Druck. Zwar stützt die robuste Entwicklung des Kredit- und Hypo­thekargeschäfts das Zinsgeschäft auf der Volumen­seite, den Margendruck dürfte sie jedoch nur teilweise kompensieren. Insgesamt deutet der Swiss Banking Outlook damit auf einen höheren Geschäftserfolg bei einer veränderten Zusammensetzung der Erträge hin. Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft dürfte an Bedeutung gewinnen, während das Handelsgeschäft zusätzliche Wachstumsimpulse liefern dürfte. Eine weitere Verschärfung geopolitischer Konflikte, abrupte Marktkorrekturen oder eine überdurchschnittliche Frankenaufwertung könnten jedoch eine Neubewertung dieser Einschätzungen erforderlich machen.